Coronavirus

Die Erde ist eine Scheibe

Zeit zum Nachdenken könnte auch Zeit zum Umdenken sein. Manche Dinge scheinen in Stein gemeißelt zu sein. Unbeweglich oder unantastbar. Der Virus zeigt uns die Schwächen des kapitalistischen Systems. Da Hinz und Kunz gerne Millionär werden würden, zieht man den Kapitalismus dem Kommunismus vor. Morgen könnte man im Lotto gewinnen. Auch wenn man keinen Tippschein abgegeben hat. 

Als könnte es keine Alternative geben zu diesen beiden Systemen. 

Beide Systeme funktionieren nicht, weil sie von materialistischen Grundsätzen ausgehen. Der Antrieb ist bei beiden Neid und Gier. Der Kapitalist will alles für sich alleine haben, und der Kommunist will nicht, dass der andere mehr besitzt als er selbst. Denn wenn er Millionär wäre, wäre auch er für den Kapitalismus.

Beide Gesellschaftsformen produzieren Konflikte. Und das nicht nur gegeneinander, sondern auch innerhalb der Gesellschaften. Und wo kein Friede ist, ist auch kein Glück. Nur Friede, der innere Friede, macht glücklich.

Bei beiden Gesellschaftsformen fehlt ein entscheidender Faktor. Die Solidarität. Vor allem die herzgesteuerte Solidarität. Natürlich ist die kopfgesteuerte Solidarität schon ein Fortschritt. Aber sie reicht nicht aus. Dort, wo es an der herzgesteuerten Solidarität fehlt, muss die Solidarität verordnet werden, aber von herzgesteuerten Politikern.

Der Virus legt den ganzen Planeten lahm. Die Arbeiter können nicht mehr arbeiten. Unternehmer müssen ihr Geschäft schließen. Kinder dürfen nicht mehr in die Schule gehen oder auf der Wiese spielen. Es gibt kein Café und kein Restaurant. Alle halten still, um den Virus zu bekämpfen. Aber wo ist die Solidarität der Banken? Wo ist die Solidarität des Kapitals (Hauseigentümer)?

Die Kredite laufen weiter. Die Mieten laufen weiter. Und alle empfinden es als eine von Natur gegebene Selbstverständlichkeit. Die Erde ist eine Scheibe.

Wenn die Menschen sich vor dem Virus retten können, dann werden sie von den Schulden niedergestreckt. Und die Politiker schauen zu. Einige Regierungen nehmen Kredite auf bei den Banken, um ihre Bürger zu unterstützen, anstatt den Bänkern auf die Finger zu klopfen, weil sie mal wieder das größte Stück vom Kuchen für sich haben wollen. Oder noch besser. Jetzt wollen sie den ganzen Kuchen für sich allein. 

Die Erde ist eine Scheibe.

Das gilt auch für die Schulden. Schulden sind eine Illusion. Viele Menschen frühstücken morgens mit einem belegten Brötchen und einer Tasse Kaffee. Oder wie auch immer. Angenommen die Regierung entscheidet, dass alle Schulden erlassen werden. Es gäbe plötzlich keine Schulden mehr.

Dann würden am nächsten Morgen viele Menschen wieder mit einem belegten Brötchen und einer Tasse Kaffee frühstücken. Oder wie auch immer. Die Sonne würde trotzdem aufgehen. Und zwar pünktlich. Aber die Diktatur der Banken wäre beendet. Und wir könnten uns auf das Wesentliche konzentrieren. Auf die Menschen und auf das, was sie benötigen. Wir könnten die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Und plötzlich erkennen wir, dass die Erde keine Scheibe ist. Wir können auch Dinge verändern, die scheinbar unveränderbar sind.

Das Mindeste ist doch, dass die Maschine Bank solange angehalten wird, bis wir die Krise überwunden haben. Die Banker würden sicherlich nicht verhungern. Auch sie hätten jeden Morgen ein belegtes Brötchen mit einer Tasse Kaffee, oder auch zwei.

Die Erde ist eine Scheibe?

Zeit zum Nachdenken